Ein paar Sekunden Pfotenputzen nach dem Spaziergang sind normal. Leckt dein Hund aber jeden Tag minutenlang, hört er nachts nicht auf oder nimmt er sich immer dieselbe Pfote vor, hat er einen Grund dafür. Meistens ist es eine Allergie, auf deren gereizter Haut sich Hefepilze oder Bakterien ansiedeln.
Als Faustregel gilt: Hält das Lecken länger als ein bis zwei Wochen an oder ist die Haut wund, gehört der Hund in die Sprechstunde. Je länger er leckt, desto schwerer lassen sich Ursache und Folge trennen, denn der Speichel hält die Haut feucht, und in diesem Milieu vermehren sich Hefen und Bakterien gut.
Auf einen Blick
- Kurzes Lecken nach dem Spaziergang ist Fellpflege. Lecken über Minuten, täglich oder an nur einer Pfote ist ein Symptom.
- Die häufigste Ursache sind Allergien, vor allem die atopische Dermatitis. Bei vielen Hunden kommen Hefepilze oder Bakterien dazu.
- Bräunliches Fell um die Pfoten kommt vom Speichel. Es verrät, dass schon länger geleckt wird, aber nicht, warum.
- Fremdkörper, Parasiten und trockene Ballen findest du oft selbst. Bei Verdacht auf Allergie oder Infektion braucht es die Tierärztin.
- Geh zur Tierärztin, wenn das Lecken länger als ein bis zwei Wochen dauert oder die Haut wund ist.
Inhalt dieses Ratgebers
- Wann es normal ist
- 1. Allergien
- 2. Hefepilze und Bakterien
- 3. Milben und Flöhe
- 4. Fremdkörper zwischen den Zehen
- 5. Trockene oder rissige Ballen
- 6. Schmerz und Verletzung
- 7. Krallen und Gelenke
- 8. Langeweile und Stress
- 9. Zwanghaftes Lecken
- Hinweise zuordnen
- Pfoten zu Hause untersuchen
- Hausmittel im Check
- Wann du zur Tierärztin gehst
- Ernährung und Haut
- Vorbeugen im Alltag
- Häufige Fragen
- Kleines Glossar

Wann Pfotenlecken normal ist und wann nicht
Hunde putzen sich mit der Zunge, und die Pfoten gehören dazu. Nach einem nassen Spaziergang, nach Matsch oder Sand lecken viele ein paar Minuten und lassen es dann gut sein.
Auffällig wird es, wenn der Hund mehrmals täglich minutenlang leckt, sich immer dieselbe Stelle vornimmt oder wenn Rötung, Geruch, Verfärbung oder Humpeln dazukommen. Die Tabelle ordnet gängige Situationen ein.
| Situation | Einschätzung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Kurzes Lecken nach dem Spaziergang | Normal | Pfoten ansehen, sonst nichts unternehmen |
| Mehrmals täglich, jeweils mehrere Minuten | Auffällig | Pfoten untersuchen und das Lecken einige Tage notieren |
| Lecken, dazu rote, feuchte Haut zwischen den Zehen | Entzündung | Tierärztin in den nächsten Tagen |
| Bräunliche Verfärbung im Fell rund um die Pfote | Das Lecken dauert schon länger | Allergie und Hefepilze abklären lassen |
| Nur eine Pfote, eventuell mit Humpeln | Örtliches Problem | Zwischen den Zehen nach Fremdkörpern suchen, Schmerz abklären |
| Nachts, ständig, kaum ablenkbar | Schmerz oder Verhaltensproblem | Tierärztin, danach bei Bedarf Verhaltensberatung |
| Lecken und Juckreiz an Ohren, Bauch oder Achseln | Verdacht auf Allergie | Tierärztin für die Allergieabklärung |
1. Allergien: Umwelt, Futter und Kontakt
Allergien sind die häufigste Ursache für chronisches Pfotenlecken. Die atopische Dermatitis ist nach den ICADA-Leitlinien (Olivry et al. 2015) eine erbliche, meist juckende Hauterkrankung, bei der eine geschwächte Hautbarriere, die Sensibilisierung gegen Umweltallergene und eine veränderte Hautflora ineinandergreifen. Laut Merck Veterinary Manual gehören die Pfoten zu den Stellen, die zuerst betroffen sind, neben Gesicht, Ohren, Achseln und Bauch. Sie haben ständig Kontakt zu Gras, Pollen und Boden, und der Hund erreicht sie mit dem Maul.
Bei der Umweltallergie reagiert der Hund auf Pollen, Gräser oder Hausstaubmilben. Verschlimmert sich der Juckreiz im Frühjahr und Sommer, spricht das für Pollen, bei Hausstaubmilben bleibt er das ganze Jahr. Eine Futtermittelallergie zeigt sich ebenfalls ganzjährig, oft mit weichem Kot oder häufigem Kotabsatz. Als Auslöser nennen Studien am häufigsten Rind, Milchprodukte, Huhn und Weizen (Mueller et al. 2016). Kontaktallergien gegen Reinigungsmittel, Teppichpflege oder Streusalz sind seltener und betreffen die Stellen, die den Boden berühren, also Pfoten und Bauch.
Eine Futtermittelallergie lässt sich weder mit einem Bluttest noch mit einem Speichel- oder Haartest sicher feststellen (Mueller und Olivry 2017). Verlässlich ist nur die Eliminationsdiät: Sechs bis acht Wochen lang bekommt dein Hund ausschliesslich ein Futter mit einer Proteinquelle, die er noch nie gefressen hat, oder ein hydrolysiertes Futter. Leckerli, Kauartikel und Zahnpflegesticks zählen mit. Lässt der Juckreiz nach und kehrt er mit dem alten Futter zurück, ist die Diagnose gestellt.
Die atopische Dermatitis lässt sich nicht heilen, aber gut kontrollieren. Die Leitlinien nennen Glukokortikoide (Cortison), Ciclosporin und Oclacitinib gegen den Juckreiz und die allergenspezifische Immuntherapie für die Langzeitbehandlung. Shampoos und Pfotenbäder senken zusätzlich die Keimlast und den Allergenkontakt. Welche Behandlung passt, entscheidet die Tierärztin nach Schweregrad und Begleitinfektion.
Lecktagebuch für die Diagnose
Notiere zwei Wochen lang, wann und wie lange dein Hund leckt, was er gefressen hat und wo ihr spazieren wart. Aus solchen Notizen ergeben sich Muster, etwa Lecken nur nach einer bestimmten Wiese oder erst seit dem neuen Futter. Die Tierärztin kann damit schneller eingrenzen.

2. Hefepilze und Bakterien
Ist die Haut durch eine Allergie geschwächt, vermehren sich Hefen und Bakterien, die auf gesunder Haut kaum stören. Malassezia-Hefen mögen es feucht und fettig und sitzen deshalb gern in den Zehenzwischenräumen und Krallenfalten (Bond et al. 2020). Die Haut juckt, ist gerötet oder schmierig, und die Pfoten riechen muffig bis süsslich, viele Halter vergleichen es mit Maischips.
Das braune Fell kommt vom Speichel, der helles Fell beim Dauerlecken rostbraun färbt. Die Farbe verrät, dass der Hund schon länger leckt, aber nichts über den Grund.
Bakterielle Infektionen sind meist die Folge. Hat das Dauerlecken die Haut aufgeweicht und verletzt, siedeln sich Bakterien an, am häufigsten Staphylococcus pseudintermedius. Dann kommen Pusteln, Krusten oder Eiter dazu.
Behandelt wird in erster Linie örtlich, mit Shampoo oder Tüchern mit Chlorhexidin und einem Antimykotikum wie Miconazol. Bei Shampoos gilt eine Einwirkzeit von etwa zehn Minuten, bei grossflächigem Befall kommen Tabletten dazu. Ohne Behandlung der Grunderkrankung, meist der Allergie, kehren die Hefen zurück.
3. Milben und Flöhe
Im Spätsommer und Herbst stecken oft Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis) hinter plötzlichem, starkem Juckreiz an Pfoten, Bauch und Ohren. Nur die Larven befallen den Hund, sie sind winzig und orange und sitzen häufig in Gruppen zwischen den Zehen.
Herbstgrasmilben erkennen
Spreize die Zehen und schau mit einer Lupe nach orangen Punkten, am besten bei Tageslicht. Bestätigen kann es die Tierärztin mit einem Hautgeschabsel.
Demodex-Milben leben normalerweise unauffällig in den Haarfollikeln. Vermehren sie sich an den Pfoten (Pododemodikose), sind die Zehen gerötet und oft geschwollen, häufig mit bakterieller Infektion. Sarkoptes-Milben lösen starken Juckreiz aus, vor allem an Ohrrändern, Ellbogen und Bauch, selten allein an den Pfoten. Flöhe jucken eher an Rücken, Schwanzwurzel und Hinterbeinen, können aber auch zum Pfotenlecken führen. Nachweis und Behandlung gehören zur Tierärztin.
4. Fremdkörper zwischen den Zehen
Beginnt das Lecken plötzlich und an nur einer Pfote, oft mit Humpeln oder Schütteln, steckt meist ein Fremdkörper dahinter: Grassamen, ein Steinchen, ein Splitter, eine Glasscherbe, im Winter ein Klumpen Streusalz oder Eis. Am heikelsten sind Grannen im Sommer. Sie haben Widerhaken, bohren sich in die Haut und wandern dort weiter.

Ragt eine Granne noch zur Hälfte heraus, kannst du sie mit einer Pinzette in Wuchsrichtung ziehen. Ist sie bereits unter der Haut verschwunden, drückst du nicht daran herum.
Granne unter der Haut
Eine Schwellung zwischen den Zehen, aus der Eiter oder Flüssigkeit tritt, geht nicht von selbst weg. Meist sitzt darin ein Fremdkörper, den nur die Tierärztin sicher entfernt, bei Bedarf unter Narkose.
5. Trockene oder rissige Ballen
Im Winter reizen trockene Heizungsluft, Streusalz und Splitt die Ballen, im Sommer heisser Asphalt und harte Böden. Raue, rissige Ballen jucken leicht, und der Hund leckt sie nach dem Spaziergang. Anders als bei einer Allergie bekommst du das meist selbst in den Griff: Pfoten nach dem Gassigehen lauwarm abspülen, abtrocknen und pflegen.
Pfotenbalsam im Winter
Trag den Balsam vor dem Spaziergang als Schutzschicht auf und nach dem Abwaschen noch einmal zur Pflege. Er muss unbedenklich sein, wenn dein Hund ihn ableckt, zum Beispiel auf Basis von Bienenwachs und Sheabutter. Produkte mit ätherischen Ölen kommen nicht infrage.
Verdickte, krustige Ballen und Nasenränder bei Husky oder Malamute können auf eine zinkresponsive Dermatose hinweisen, mehr dazu im Beitrag Zink für Hunde. Trockene Haut am ganzen Körper hat eigene Gründe, die Schuppen beim Hund erklärt.
6. Schmerz und Verletzung
Manchmal versucht der Hund, mit der Zunge Schmerz zu lindern. Ein Schnitt am Ballen, ein Insektenstich, ein eingerissener Ballen oder eine Verbrennung durch heissen Asphalt sind meist sichtbar, wenn du die Pfote genau ansiehst. Zieht dein Hund die Pfote bei Berührung weg oder schont sie beim Gehen, ist die Stelle schmerzhaft.
Rote, schmerzhafte Knoten zwischen den Zehen (interdigitale Furunkel) entstehen oft als Folge einer Allergie, einer Infektion oder eines Fremdkörpers. Sie gehören in tierärztliche Hand, denn sie verschwinden selten von allein und brechen manchmal auf.
7. Krallen und Gelenke
Eingewachsene oder abgebrochene Krallen und Entzündungen des Krallenbetts lassen Hunde an den Zehenspitzen lecken. Das Krallenbett ist dann gerötet, die Kralle oft verfärbt oder eingerissen. Ein Blick auf alle Krallen und die Wolfskralle am Vorderbein zeigt das schnell.
Auch Gelenkschmerzen führen zum Lecken, etwa bei Arthrose in Zehen-, Hand- oder Ellbogengelenk. Hinweise sind steifes Aufstehen, kürzere Spaziergänge und Lecken vor allem nach Ruhephasen. Welche Ergänzungen bei Gelenkproblemen beim Hund sinnvoll sind, steht in einem eigenen Beitrag.
8. Langeweile und Stress
Fehlen Auslastung, Gesellschaft oder feste Abläufe, beruhigen sich manche Hunde mit Lecken. Auslöser sind auch Trennungsstress, ein Umzug, ein neues Familienmitglied oder Gewitterangst. Verdächtig ist Lecken, das vor allem dann auftritt, wenn der Hund allein ist oder abends zur Ruhe kommt, und das sich durch Ansprache oder Beschäftigung unterbrechen lässt.
Diese Erklärung kommt erst, wenn Allergie, Schmerz und Infektion ausgeschlossen sind. Dann helfen mehr Schnüffelrunden, Suchspiele und feste Ruhezeiten, bei starkem Trennungsstress eine Verhaltensberatung.
9. Zwanghaftes Lecken: akrale Leckdermatitis
Bei der akralen Leckdermatitis leckt der Hund eine Stelle am unteren Bein so lange, bis ein kahles, verdicktes, oft nässendes Hautgeschwür entsteht. Meist liegt sie an der Vorderseite von Vorderbein oder Handgelenk und nicht nur an der Pfote. Häufiger betroffen sind mittelgrosse und grosse Rassen wie Dobermann, Labrador, Deutsche Dogge und Weimaraner.
Reine Verhaltensstörung ist sie selten. Meist liegen Schmerz, Allergie, Infektion oder eine Nervenreizung darunter, und die müssen zuerst abgeklärt werden. Die Behandlung kombiniert die Therapie der Auslöser mit einem Schutz vor dem Weiterlecken (Kragen oder Verband, nur kurzfristig) und bei Bedarf einer Verhaltenstherapie, manchmal mit Medikamenten.
Hinweise zuordnen
| Beobachtung | Naheliegende Ursache | Abschnitt |
|---|---|---|
| Juckreiz auch an Ohren, Bauch und Achseln | Allergie | 1 |
| Schlimmer im Frühjahr und Sommer | Umweltallergie | 1 |
| Das ganze Jahr, mit weichem Kot | Futtermittelallergie | 1 |
| Muffiger Geruch, schmierige Haut, braunes Fell | Hefepilze, Bakterien | 2 |
| Plötzlich im Spätsommer, orange Punkte | Herbstgrasmilben | 3 |
| Eine Pfote, plötzlich, Humpeln | Fremdkörper, Verletzung | 4, 6 |
| Raue, rissige Ballen im Winter | Trockene Haut | 5 |
| Lecken nach Ruhe, steifer Gang | Krallen, Gelenke | 7 |
| Nur beim Alleinsein oder abends | Stress, Langeweile | 8 |
| Kahle, nässende Stelle am Vorderbein | Akrale Leckdermatitis | 9 |

Pfoten zu Hause untersuchen
Such dir einen hellen Platz und nimm dir pro Pfote etwa eine Minute. Geh in dieser Reihenfolge vor:
- Pfote anheben und Ballen ansehen: Rötung, Schwellung, Risse, Schnitte, Fremdkörper.
- Zehen vorsichtig spreizen und das Fell zwischen den Ballen beiseitestreichen. Grannen sitzen oft tief.
- Krallen und Krallenbett prüfen: eingerissen, verfärbt, eingewachsen?
- Die Pfote riechen. Ein muffiger, süsslicher Geruch spricht für Hefen.
- Beide Vorderpfoten und beide Hinterpfoten vergleichen. Warm, geschwollen oder empfindlich auf nur einer Seite deutet auf ein örtliches Problem.
Findest du nichts, aber der Hund leckt weiter, führ das Lecktagebuch und geh zur Tierärztin. Hefen, Bakterien und Milben siehst du mit blossem Auge kaum. Die Tierärztin drückt dafür einen Klebestreifen auf die Haut und prüft ihn unter dem Mikroskop (Zytologie), das dauert wenige Minuten.
Hausmittel im Check
Vieles, was im Netz empfohlen wird, hilft nicht oder schadet. Die Tabelle bewertet gängige Mittel.
| Mittel | Einschätzung | Hinweis |
|---|---|---|
| Lauwarmes Wasser oder 0,9-prozentige Kochsalzlösung | Sinnvoll | Entfernt Pollen, Schmutz und Streusalz. Danach zwischen den Zehen gut trocknen. |
| Pfotenbalsam mit Bienenwachs und Sheabutter | Sinnvoll bei rauen Ballen | Ohne ätherische Öle, weil der Hund ableckt. |
| Pfotenschuhe | Sinnvoll im Winter | Müssen passen, sonst scheuern sie. Bei Allergien nur begrenzt hilfreich. |
| Halskragen oder Body | Kurzfristig sinnvoll | Schützt wunde Stellen, bis die Ursache geklärt ist. |
| Apfelessig | Nicht empfohlen | Die Säure reizt wunde Haut, ein Nutzen ist nicht belegt. |
| Kokosöl | Nicht empfohlen | Kein belegter Effekt auf Juckreiz, der Hund leckt es ab. Mehr im Kokosöl-Check. |
| Teebaumöl und andere ätherische Öle | Gefährlich | Giftig für Hunde, auch verdünnt. |
Wann du zur Tierärztin gehst
Am gleichen oder nächsten Tag
Die Pfote ist geschwollen oder heiss, dein Hund lahmt deutlich, aus der Haut tritt Eiter oder Blut, es riecht faulig, zwischen den Zehen sitzt ein nässender Knoten (Verdacht auf Granne), oder er frisst schlecht und wirkt matt.
Innerhalb einer Woche solltest du einen Termin machen, wenn das Lecken länger als ein bis zwei Wochen dauert, die Haut wund, rot oder kahl ist, dein Hund nachts leckt und sich kaum ablenken lässt, oder wenn zusätzlich Ohrenentzündungen, Juckreiz am Bauch oder Verdauungsprobleme auftreten.

In der Sprechstunde untersucht sie Pfoten und Haut, nimmt Proben für die Zytologie, macht bei Verdacht auf Milben ein Hautgeschabsel und schlägt bei Allergieverdacht eine Eliminationsdiät und eine Behandlung des Juckreizes vor. Bring dein Lecktagebuch und, wenn vorhanden, das Futteretikett mit.
Ernährung und Haut
Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie bringt ein Futterwechsel nach Gefühl wenig. Sinnvoll ist die Eliminationsdiät unter tierärztlicher Begleitung, wie in Abschnitt 1 beschrieben.
Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Algen können die Behandlung der atopischen Dermatitis unterstützen, der Effekt ist laut ICADA-Leitlinien allerdings eher bescheiden. Produkte und Dosierung vergleicht der Omega-3-Vergleich.
Auch die Darmflora steht im Verdacht, bei atopischer Dermatitis mitzuspielen (Craig 2016). Ob Probiotika das Pfotenlecken lindern, ist nicht gesichert. Wann sie sich lohnen, erklärt der Beitrag Probiotika für Hunde.
Vorbeugen im Alltag
- Pfoten nach dem Spaziergang lauwarm abspülen und zwischen den Zehen trocken tupfen, denn feuchte Zehenzwischenräume sind ein Nährboden für Hefen.
- Bei langhaarigen Rassen das Fell zwischen den Ballen kürzen. Dort sammeln sich Schmutz und Grannen.
- Im Sommer nach Spaziergängen durch hohes Gras Pfoten, Ohren und Fell nach Grannen absuchen.
- Im Winter Streusalz meiden oder abwaschen, bei empfindlichen Hunden Schuhe ausprobieren.
- Im Garten sparsam mit Dünger und Unkrautvernichtern umgehen und den Hund erst auf den Rasen lassen, wenn er trocken ist.
- Krallen alle paar Wochen kontrollieren und bei Bedarf kürzen.
- Genug Auslastung einplanen, etwa Schnüffelspiele und Sucharbeit.
Häufige Fragen
Warum leckt mein Hund ständig seine Pfoten?
Am häufigsten steckt eine Allergie dahinter, oft zusammen mit Hefepilzen oder Bakterien auf der gereizten Haut. Weitere Gründe sind Fremdkörper, trockene Ballen, Parasiten, Schmerzen und Stress. Dauerhaftes Lecken ist immer ein Symptom.
Warum ist das Fell um die Pfoten braun?
Speichel färbt helles Fell beim Dauerlecken rostbraun. Die Farbe zeigt, dass dein Hund schon länger leckt. Den Grund klärt die Tierärztin, oft ist es eine Allergie oder eine Hefeinfektion.
Wann gehe ich damit zur Tierärztin?
Sofort bei Schwellung, Eiter, Blut, Lahmheit oder wenn dein Hund matt wirkt. Innerhalb einer Woche, wenn das Lecken länger als ein bis zwei Wochen dauert, die Haut wund ist oder er nachts leckt.
Was kann ich selbst gegen das Pfotenlecken tun?
Spüle die Pfoten nach dem Spaziergang lauwarm ab, tupfe die Zehenzwischenräume trocken und suche nach Fremdkörpern, Rötung und Rissen. Bei wunder Haut hilft kurzfristig ein Halskragen oder Body, bis die Tierärztin die Ursache kennt. Cremes und Salben besser nicht ohne Rücksprache auftragen, weil der Hund sie ableckt.
Kann Stress Pfotenlecken auslösen?
Ja, bei Langeweile, Trennungsstress oder Veränderungen im Alltag lecken manche Hunde zur Beruhigung. Weil Allergien, Schmerzen und Infektionen häufiger sind, klärst du zuerst die medizinischen Ursachen ab.
Ist Teebaumöl gegen Pfotenlecken geeignet?
Nein. Teebaumöl ist für Hunde giftig, auch verdünnt, und der Hund leckt es ab. Das gilt für ätherische Öle allgemein.
Kleines Glossar
- Atopische Dermatitis: erbliche, juckende Hauterkrankung mit Allergie gegen Umweltstoffe.
- Malassezien: Hefepilze, die zur normalen Hautflora gehören und sich bei geschwächter Haut übermässig vermehren.
- Pyodermie: bakterielle Hautinfektion, oft mit Pusteln und Krusten.
- Zytologie: mikroskopische Untersuchung einer Hautprobe, etwa per Klebestreifen.
- Eliminationsdiät: Testfütterung mit einer neuen oder hydrolysierten Proteinquelle zur Diagnose einer Futtermittelallergie.
- Akrale Leckdermatitis: durch ständiges Lecken entstandenes Hautgeschwür am unteren Bein.
- Granne: Grassamen mit Widerhaken, der sich in Haut und Gewebe bohren kann.
Quellen
- Olivry, T. et al. (2015): Treatment of canine atopic dermatitis, 2015 updated guidelines from the International Committee on Allergic Diseases of Animals (ICADA). BMC Veterinary Research.
- Bond, R. et al. (2020): Biology, diagnosis and treatment of Malassezia dermatitis in dogs and cats. Clinical Consensus Guidelines of the World Association for Veterinary Dermatology. Veterinary Dermatology.
- Mueller, R. S., Olivry, T., Prélaud, P. (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Veterinary Research.
- Mueller, R. S., Olivry, T. (2017): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (4): can we diagnose adverse food reactions in dogs and cats with in vivo or in vitro tests? BMC Veterinary Research.
- Merck Veterinary Manual: Atopic Dermatitis in Dogs, Integumentary System.
- Craig, J. M. (2016): Atopic dermatitis and the intestinal microbiota in humans and dogs. Veterinary Medicine and Science.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information rund um Pfotenlecken beim Hund und ersetzt keine tierärztliche Beratung.



